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Traummädchen

Holger Niederhausen: Traummädchen. Roman. Niederhausen Verlag, 2023. Paperback, 184 Seiten, 13,90 Euro. ISBN 978-3-943492-62-0. 

► Wichtiger Hinweis: Wer meinen würde, ich schriebe nur 'Mädchen-Bücher', der irrte essenziell - diese Mädchen sind Botinnen des immer verschütteteren Wesens der menschlichen Seele überhaupt.

Zuerst erschienen am 25. August 2022.              > Bestellen: Verlag | Amazon <              > Reaktionen und Rezensionen <

Inhalt


Als der Vierziger Alex sich nach einer reinen Mädchenseele sehnt, liegt eines Tages sein Traummädchen neben ihm. Sein Glück ist grenzenlos, doch bald stellt sich ihm die Frage, ob Alice einen freien Willen hat – und er trifft eine folgenschwere Entscheidung...

Ein Roman über innere und äußere Schönheit, Unschuld und die heiligen Mysterien tiefer Liebe.

Über dieses Buch


Dieser Roman greift ein Urthema der männlichen Seele und Sehnsucht auf – die buchstäbliche Gestalt des Traummädchens.

Der Vierziger Alexander hat eine solche Sehnsucht, zumal er die tiefsten Fragen seiner ebenfalls sehr selbstlosen Seele nicht einmal mit seinen Freunden besprechen kann. Als seine innere Einsamkeit wieder einmal besonders intensiv wird, empfindet er auch die jahrelang verdrängte Sehnsucht wieder sehr tief, und nach einem entsprechenden Traum liegt am nächsten Morgen sein Traummädchen neben ihm im Bett.

Alice ist sechzehn und liebt ihn aufrichtig, und mit ihr kann er zum ersten Mal über die tiefsten Fragen sprechen. Sein Glück mit dem wunderschönen Mädchen ist in jeder Hinsicht grenzenlos.

Seine Freunde haben wenig Verständnis für diese Beziehung. Schnell stellt sich aber auch ihm die Frage nach Alice’ Freiheit. Sie berichtet ihm, wie sie ,entstehen’ und Eigenleben gewinnen konnte und beteuert ihre freie Entscheidung und Liebe zu ihm. Dennoch ist ihm klar, dass sie nie eine Wahlfreiheit hatte. Schließlich offenbart Alice ihm, dass es die Möglichkeit gibt, dass sie ganz Mensch werde und ihn völlig vergesse, wenn er dies wirklich wünscht.

Aus Liebe zu ihr möchte er unbedingt, dass sie einen freien Willen hat – sie beschwört ihn aber, sich ihr auch dann wieder zu offenbaren, damit sie sich wiederum für ihn entscheiden könne.

Die erneute Verwandlung geschieht – und sofort macht ein gutaussehender Junge Alice zu seiner Freundin. Alexander erkennt unmittelbar, dass dessen Liebe nicht ansatzweise so tief ist wie seine – aber wird er bei dem schönen Mädchen jetzt überhaupt noch irgendeine Chance haben?

Dieser Roman taucht tief ein in die Fragen nach Seelenreinheit und Unschuld, innerer und äußerer Schönheit, nach dem Altersunterschied und was Menschen zueinander zieht...

Leseprobe 1


Als sie Seite an Seite neben ihm ging, schlich sich plötzlich ihre Hand in die seine, geradezu zögernd, mit einem vorsichtigem Blick zu ihm. Er war so überwältigt von der Schönheit dieser Geste, dass es ihm den Atem verschlug.

„Alice...“

Er hatte schon mit diesem Mädchen geschlafen – und trotzdem konnte er es noch immer nicht glauben, dass sie ihn liebte.

Außerdem hatte er noch nie eine Mädchenhand halten dürfen – und auch dieser Eindruck überwältigte ihn von neuem. Sofort wurden von der Hitze des Sommers und der Berührung ihre Hände feucht, aber es störte ihn nicht, die Geste war dadurch nur um so inniger. Er war so berührt, so erschüttert von der Empfindung ihrer Hand – und dass sie sie ihm gegeben hatte –, dass er minutenlang keinen klaren Gedanken fassen konnte.

Und dann, schließlich, sagte er leise:

„Es hat mir noch nie ein Mädchen seine Hand gegeben, Alice...“

Sie lächelte nur einmal fast befangen und ging dann still weiter an seiner Seite...

Und die schweigende Ruhe des Waldes öffnete seine ganze Seele.

„Ich glaube, ich habe immer von dir geträumt, Alice... Einem Mädchen genau wie du... So unendlich genau wie du... Es ist so erschütternd... Es ist so ein Wunder... Ich weiß immer noch nicht, was ich sagen soll. Und ich werde es nie wissen...“

Schweigend, geradezu bescheiden schweigend ging sie neben ihm...

„Weißt du, dass man umgeben von Menschen dennoch das Gefühl haben kann, einsam zu sein? Völlig einsam?“

Ihre Gegenwart, ihre Liebe war so ein erlösendes Wunder... Es war das größte Wunder, das existierte...

Erzähle von deiner Einsamkeit...“, bat sie sanft.

Ein Wunder... Alles war ein Wunder...

„Ich weiß gar nicht, wie ich anfangen kann... Vielleicht muss ich wirklich ganz am Anfang beginnen... Wirst du das aushalten können? Wenn es lange dauert, vielleicht...?“

Sie sah ihn mit großen Augen an. Sie hielt an, sodass er es notgedrungen auch tun musste, fast erschrocken – und bevor er begriff, was geschah, küsste sie ihn sanft, in einem so erschütternden Kuss, dass die Welt um ihn herum zu vergehen schien, und er nur noch in dem Kuss dieses Mädchens war – in dem Kuss...

Und es war die absolute Bejahung, es war die absolute Liebe, es war das absolut Unbeschreibliche...

Und als sie wieder vor ihm stand, nur einen halben Kopf kleiner, und er gleichsam mühsam nach Atem rang, weil es so atemberaubend gewesen war, fragte sie fast befangen:

„Hast du verstanden, was ich meinte...?“

Er war absolut hilflos... Und als sie bescheiden weiterging, an seiner Hand, wie um ihn nicht zu beschämen, da war er noch immer hilflos...

„Alice... Du beschämst mich so sehr...“

„Ich liebe dich einfach nur...“

...

Leseprobe 2


„Warum denkst du das jetzt, Alexander? Ich wollte nie etwas anderes sein, als was ich jetzt bin –“

„Aber du konntest gar nichts anderes wollen, Alice!“, rief er, den Tränen nahe.

„Alexander, Liebster, was ist?“

Auch sie war betroffen hochgefahren.

„Alice – es zerreißt mein Herz, dich zu lieben wie wahnsinnig und zu wissen, dass du nie einen wirklich freien Willen hattest. Wenn ich einem einzigen Wesen auf der Welt den freien Willen schenken könnte, dann dir!“

„Aber ich brauche ihn gar nicht, Alexander! Ich will ihn doch gar nicht.“

„So etwa“, stöhnte er verzweifelt, „muss sich Gott gefühlt haben, als er unbedingt wollte, dass der Mensch auch einen freien Willen hat. Es würde sonst gar nichts nützen. Wozu bloße Geschöpfe?“

„Und was hat der Mensch mit seinem freien Willen gemacht, Alexander? Ist der Mensch denn wirklich so frei?“

„Mich macht nur eines verzweifelt, Alice! Dass du nicht frei warst und bist.“

„Aber ich will es gar nicht sein!“, sagte sie verzweifelt. „Ich würde alles wieder so machen!“

„Das weißt du aber nicht!“, erwiderte er verzweifelt.

„Alexander, was willst du denn?“, fragte sie fast angstvoll. „Können wir nicht einfach glücklich sein? Bitte...“

„Ich bin so unendlich glücklich. Aber was ist denn dein Glück, wenn du nie wählen konntest? Dieser Gedanke wird mich immer verfolgen, und ich werde mich schuldig fühlen.“

„Schuldig woran? Dass ich niemand anderen liebe? Dass ich mit dir glücklich bin? Was soll diese ,Wahl’ sein? Siehst du nicht, dass die Menschen, je mehr wählen sie können, desto unglücklicher sind?!“

„Aber siehst du nicht, dass ich immer denken werde, dass du nicht mich gewählt hättest, wenn du hättest wählen können?

„Du meinst also, dass ich dich nicht wirklich liebe?“

„Ich meine, dass du mit jemand anderem glücklicher wärst, Alice!“

„Das ist nicht möglich!“, rief sie. „Und ich will gar nicht wählen können!“

„Damit gibst du es doch selbst zu, Alice...!“

Sie brach in Tränen aus – und ihm brach bei diesem Anblick das Herz.

„Du verstehst gar nichts!“, schluchzte sie. „Wenn man die Wahl hat, kann man tausend Wege gehen – und tausend Fehler machen! Man wird nie wissen, ob man die richtige Wahl getroffen hat – und warum sollte man glücklich sein? Ich hatte nur eine Wahl – und ich bin glücklich, denn ich habe sie getroffen, und etwas Besseres konnte mir gar nicht passieren, ich weiß es!“

Er trocknete ihre Tränen auf ihrem wunderschönen Gesicht.

„Gibt es denn überhaupt eine Möglichkeit, dass du einen freien Willen bekommen könntest?“

„Das weiß ich nicht! Und ich will es auch gar nicht wissen! Siehst du? Ich habe schon einen Willen...“

...