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Blümchensex

Holger Niederhausen: Blümchensex. Roman. Niederhausen Verlag, 2020. Paperback, 264 Seiten, 12,90 Euro. ISBN 978-3-7529-7266-5.


Erschienen am 7. Juli 2020.              > Bestellen: epubli | Amazon <              > Reaktionen und Rezensionen < [noch keine]

Inhalt


Als der Ich-Erzähler, ein Endfünfziger, der sechzehnjährigen Serena begegnet, einem absoluten Männertraum, gewinnt er die erste Achtung der höchst provokativen Schönheit, als er ihr ein ,unmoralisches Angebot’ macht – auf das sie schließlich wider Erwarten eingeht. Gleichzeitig möchte er ihr aber auch die Geheimnisse wahrer Menschlichkeit und Liebe, von Sanftheit und Hingabe nahebringen. Aber wird er sie damit auch nur ansatzweise erreichen können?

Über dieses Buch


Dieses Buch ist ein unglaublich erotischer Roman – der der Erotik zugleich ihre ganze, tiefe Menschlichkeit wiedergibt.

Der Ich-Erzähler, ein Endfünfziger, der das Geheimnis des inneren Lebens kennt, entflieht dem bürgerlichen Leben seiner Heimatstadt durch einen Umzug. An seinem neuen Wohnort begegnen ihm nach kurzer Zeit in einem Park zwei etwa sechzehnjährige Mädchen, die ihn respektlos von ,ihrer’ Bank vertreiben wollen. Eine von ihnen jedoch ist ein absoluter Männertraum. Er sucht auch in den folgenden Tagen immer wieder Zugang zu der blonden Schönheit, die ihn jedoch mit schroffen Provokationen loswerden will – und ihm stets nur unterstellt, was auch erst einmal naheliegt: er sei ein ,geiler Bock’.

Er verfällt jedoch nicht nur ihrer äußeren Schönheit – und hier eröffnen sich in seiner Selbstreflexion umfassende und tiefste Gedanken über das seit dem Mittelalter ungelöste Leib-Seele-Problem und über den Zusammenhang von Begehren und Liebe.

Da die unbekannte Schönheit sämtliche Versuche abweist, sie auf der rein menschlichen Ebene zu erreichen, sie ihm vielmehr fortwährend grob sexuelle Motive unterstellt, kann er ihre Achtung erst in dem Moment erreichen, wo er andeutet, dass er ihr, der angeblich so Erfahrenen, noch ,alles Mögliche’ zeigen kann, sie aber auf der anderen Seite nicht einmal wisse, was der von ihr offenbar so verachtete ,Blümchensex’ in Wirklichkeit ist. Noch einmal macht er ihr ein moralisches und ein ,unmoralisches’ Angebot – und wider Erwarten geht sie auf das Letztere schließlich tatsächlich ein.

Und nun beginnt eine fünftägige Reise, die es in sich hat, beschrieben in großer psychologischer Tiefe. Der Erzähler verspricht dem zunächst noch immer misstrauischen Mädchen einerseits ungeahnte Erlebnisse der Lust – ohne Sex mit ihm –, fordert andererseits aber auch Gespräche mit ihr. Scheint es zuerst so, als habe er eine ,Nymphe’ erobert, die sich ihm nun zur Verfügung stellt, wird immer mehr deutlich, dass er dieses Mädchen rettet – aus einer tiefen Unsicherheit darüber, was eigentlich Liebe ist. Und immer tiefer führt der Roman hinein in die Seele der beiden Protagonisten.

Die Begegnung zwischen dem begehrenden, vor allem aber liebenden Mann und dem experimentierfreudigen Mädchen definiert die Grenzen zwischen Perversion und Unschuld, zwischen Lust und Hingabe vollkommen neu. Pharisäer und Kleinbürger werden an diesen scheitern, andere werden von der tiefen Menschlichkeit dieses Romans dauerhaft berührt werden. Was wie eine zahme Version von ,Fifty Shades of Grey’ anmutet, erweist sich in Wirklichkeit als das absolute Gegenteil. Es ist die tiefe Rettung der Erotik überhaupt, die Wiedervereinigung der Lust mit der Menschlichkeit – und auf der anderen Seite ein Lehrweg zu der wahren Liebe.

Leseprobe 1


Ich war herangekommen und wagte nicht die Unverschämtheit, mich jetzt auch noch zu setzen, zumal es nun direkt neben ihr hätte sein müssen, und so blieb ich vor ihr stehen und sagte:

„Du magst keine Stalker – ich bin kein Stalker. Weißt du, was Stalker sind? Sie verfolgen einen nach Hause. Du hast sicher einen Freund – ich kann auch was anderes sein, ein Bekannter, ein Freund, ein Liebhaber. Alles, was du dir jetzt in deinem kleinen Hirn noch gar nicht vorstellen kannst. Ein großes Herz scheinst du mir auch nicht zu haben, aber vielleicht täuschst du dich und die anderen ja gern. Vielleicht ist bei dir alles viel größer als du denkst. Innerlich, meine ich. Von dem Äußeren rede ich jetzt gar nicht, nur damit das mal klar ist! Was ich will, ist, dich kennenlernen. Und ich habe nicht vor, mich mit Beleidigungen abspeisen zu lassen, die ich gar nicht verdient habe – nur, weil ich nicht auf deiner Bank sitzen darf!“

Sie war für einen Moment tatsächlich sprachlos. Dann sagte sie:

„Tja, aber so leid es mir tut – erstens ist ,Opi’ keine Beleidigung, denn du bist einer. Zweitens hast du ganz richtig vermutet, ich habe einen Freund. Und drittens habe ich nicht das geringste Interesse daran, dich kennenzulernen! So – würdest du uns jetzt bitte liebenswürdigster Weise für immer in Ruhe lassen?“

Ihre Antwort war perfekt. Aber wenn ich ihr nun folgte, hatte ich sie auch tatsächlich für immer verloren, vermutete ich. Ich konnte es daher nicht.

„Sag mir doch mal einen vernünftigen Grund, warum du mich nicht kennenlernen willst – und komm mir jetzt nicht mit ,kein Interesse’, denn Interesse könnte man – und könnte sich – immer entwickeln, wenn es darauf ankommt. Also...?“

Sie musterte mich mit einer Mischung aus Erstaunen und Feindseligkeit. Dann sagte sie scharf:

„Ich kann echt nichts dafür, dass du es als Beleidigungen auffasst. Aber ich mag nun mal keine Opis, keine Stalker und auch keine anderen geilen Böcke!“

Ich musste fast anerkennend grinsen und konnte es gerade so halbwegs unterdrücken. Dann erwiderte ich:

„Du machst es einem aber auch nicht gerade einfach, deine unglaubliche Schönheit einfach nur zu übersehen...“

„Das muss doch nicht deine Sache sein! Übrigens hast du deine ganze Geilheit gerade eben zugegeben. Das ist doch auch mal was. Könnte man direkt feiern.“

„Ach, wirklich? Da muss ich mich verhört haben. Ich sprach von ,unglaublicher Schönheit’.“

„Pfff!“, stieß sie die Luft verächtlich zwischen ihren schönen Lippen aus. „Und? Was macht diese ,Schönheit’ mit deinem Schwanz?“

„Ich weiß nicht, was du die ganze Zeit mit Schwänzen hast. Ich verstehe, dass man ein Problem mit Schwänzen haben kann, manche Emanzen wollen sie sogar abschneiden. Aber ich spreche davon überhaupt nicht! Ich weiß nicht, wovor du Angst hast. Übrigens glaube ich auch nicht, dass dein Rock so kurz ist, weil du einfach nur die Luft um deine Beine magst...“

„Jetzt fick dich doch selbst, du –“, sagte sie fuchsteufelswild, aber ich fiel ihr ins Wort:

„Ich wollte“, sagte ich zunächst laut und wurde dann leiser, als ich wieder reden durfte, „damit nur sagen, dass du die sogenannten Schwänze ja auch provozierst. Nein, damit wollte ich nicht sagen, dass man auch eine Vergewaltigung bloß provoziert hat. Ich wollte nur sagen, du provozierst es, dass Männer nicht nur von deiner reinen Schönheit angesprochen werden, sondern von allem Möglichen. Aber das heißt nicht, dass man dich nur deswegen kennenlernen will. Vielleicht sieht man noch was dahinter...“

„Dahinter!“, wiederholte sie spöttisch. „Was quatscht du denn jetzt wieder!?“

„Vielleicht steckt ja auch nichts dahinter“, sagte ich. „Vielleicht ist da ja tatsächlich nur dieser kurze Rock, dieser außergewöhnlich schöne Körper und dieses außergewöhnlich freche Mundwerk. Vielleicht war es das ja schon...“

„Jetzt kannst du mir echt mal am Arsch!“, sagte sie, und die übliche Szene setzte ein – sie erhob sich, Pauline folgte ihr.

„Du bist zu einem richtigen Gespräch doch gar nicht fähig!“, rief ich ihr halb wütend und halb provozierend hinterher – aber ich erntete auch wiederum nur ihren Mittelfinger...

...

Leseprobe 2


„Schon wieder der geile Bock! Langsam wird es langweilig. Oder wirst du jetzt auch Speichellecker? Nicht nur Schwanzlutscher, sondern auch Speichellecker? Wie oft willst du hier denn noch aufkreuzen? Ist nicht bald mal gut?“

Ach herrje, sie fuhr immer neue Geschütze auf. Jetzt tat sie also schon so, als würde ich ihr hinterherkriechen – das bedeutete, der Weg der Hingabe blieb weiterhin verschlossen.

Dennoch schien es, dass ich für Momente mit ihr reden konnte, denn ihr ,gelangweilter Sarkasmus’ machte sie zumindest ruhig. Besser ruhig als wütend... Solange sie ruhig war, konnte sie mich zwar bis aufs Blut beleidigen, musste mir aber zuhören...

„Du wirst mir deinen Namen kaum sagen, auch wenn er mir die ganze Zeit fehlt, um dich vernünftig anzusprechen –“

„Wir wollen von dir überhaupt nicht angesprochen werden, kapierst du es endlich!?“

Nun wurde sie also doch wieder wild...

„Ich habe es längst verstanden. Aber irgendetwas muss dir doch auffallen, wenn ich trotzdem die ganze Zeit bereit bin, mich von dir beleidigen zu lassen...“

„Ich hab“, erwiderte sie nahezu eiskalt, „ja gesagt: Speichellecker.“

„Dann sollte dir zumindest aufgefallen sein, dass ich mich nicht gerade wie der gewöhnliche Speichellecker benehme.“

„Ach nein? Wie denn dann?“

„Du weißt ja nicht mal selbst, wie sich ein Speichellecker normalerweise benimmt.“

„Es ist mir auch egal, du Neunmalklug! Ich will dich einfach nur loswerden, verstehst du?“

Ich wurde nun ruhiger, ich ließ meine eigenen Provokationen, mein eigenes Dagegenhalten sein und fallen und sagte ruhig, ja warm:

„Ja, das verstehe ich. Ich verstehe das alles... Dennoch suche ich ... nach einem Weg, dein Herz zu erreichen, um überhaupt einmal –“

„Das kannst du dir abschminken!“, sagte sie unvermindert heftig. „Wir haben das schon ausdiskutiert, kapierst du? Da ist nichts mit Herz und tralala! Mach’s dir selbst und verschwinde endlich!“

„Ich weiß, dass dein Herz schon vergeben ist, ich meine n–“

„Hör dir nur diesen Idioten an!“, sagte sie, mehr zu Pauli gewandt, und dann wieder zu mir: „Das alles geht dich einen Scheißdreck an! Und du interessierst mich einen Scheißdreck! Könnten wir das jetzt endlich mal kapieren? Ja? Könnten wir das?“

„Vielleicht“, sagte ich, „wäre es besser, wenn du mir eine halbe Stunde mal ganz schenkst, um mir zuzuhören und mit mir zu sprechen, statt dass du dich durchgehend, jeden Tag neu, fünf Minuten mit mir rumärgerst, was nämlich in einer Woche schon –“

„Ey, Alter, ich fass es einfach nicht! Hau jetzt einfach ab!!!“

„Nein, du fasst es auch nicht. Was denkst du eigentlich, was ich von dir will?“

„Du willst gar nichts von mir, verstehst du? Weil du jetzt einfach eine Wende machst und dich selber ficken kannst!“

„Die ganze Zeit geht es bei dir nur darum. Für dich gibt es anscheinend nichts anderes, oder?“

Sie erhob sich abrupt und zog Pauli mit sich.

„Für dich gibt’s nichts anderes, oder?“, rief ich ihr hinterher.

Wütend drehte sie sich noch einmal um.

Sie fixierte mich so herablassend, wie sie konnte, und sagte, wie wenn man ausspuckte:

„Für Blümchensex mit Opi habe ich jedenfalls keine Zeit.“

Ich sah sie sprachlos an. Dann erwiderte ich:

„Du weißt ja nicht mal, was Blümchensex ist! Hätte ich nur drei Wochen Zeit mit dir, würde ich dir alles Mögliche zeigen – und trotzdem würdest du mich am Ende um Blümchensex geradezu anbetteln!“

Nun war sie absolut sprachlos.

Sie war so sprachlos, dass sie wirklich sprachlos war und es ihr sogar die Bewegung versagte. Sie fixierte mich zwar noch, aber alles andere konnte sie nicht mehr tun – bis sie sich sprachlos umdrehte und mit Pauli wegging. Sie vergaß sogar ihre Handbewegung...

...