2026
Schüchternheit – heilige Fähigkeit
Holger Niederhausen: Schüchternheit – heilige Fähigkeit. Niederhausen Verlag, 2026. Paperback, 248 Seiten, 14,90 Euro. ISBN 978-9-4039-2676-6. | Bestellen bei Bookmundo oder Amazon.
Soeben erschienen:
Dieses Buch taucht tief ein in das Wunder der Schüchternheit und offenbart ihr ganzes, leuchtendes Wesen – ein wahrer Kosmos heiliger Fähigkeiten. Sie ist nicht nur Schwester der Unschuld, sondern hängt innigst mit dem Menschlichen schlechthin zusammen. Und eine in Bezug auf das Schüchterne defizitorientierte Zeit offenbart nur zutiefst ihre eigenen Defizite und Sackgassen, denn das kollektiv angebetete ,moderne’ Selbst ist längst ein Narziss und brutaler Unterdrücker der Seele...
Leseprobe
Die Norm ist, dass Schüchternheit als etwas Defizitäres angesehen wird. Als ein Mangel, ein Manko, ein Makel, schlicht eine Unfähigkeit, als die Summe fehlender Fähigkeiten.
Beginnen wir einfach mit einer Quelle der herrschenden Wahrheit, mit Wikipedia. Dort finden wir:
Unter Schüchternheit (hochsprachlich auch Scheu, veraltend Scheue) versteht man die Ängstlichkeit eines Menschen beim Anknüpfen zwischenmenschlicher Beziehungen. Bei Scham, Verlegenheit, Lampenfieber, Love-shyness und Sexualangst treten ähnliche Verhaltensweisen auf, dabei sind diese auf spezielle Situationen begrenzt (Selbstunsicher-vermeidende Persönlichkeitsstörung). Schüchternheit bezeichnet dagegen die allgemeine Neigung eines Menschen, auf die Begegnung mit nicht vertrauten Personen mit Verunsicherung oder Furcht zu reagieren.
Das Kennzeichnende der Schüchternheit ist also nach diesen Definitionen Ängstlichkeit, Furcht und Verunsicherung. Was fehlt, sind ganz offensichtlich Mut und Sicherheit – die Polarität dazu. Das wiederum bedeutet, schüchterne Menschen haben ganz einfach einen Mangel, ein Defizit, an diesen ganz normalen Gaben, die jeder Mensch haben sollte.