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Bilder von Schönheit und Unschuld

Holger Niederhausen: Bilder von Schönheit und Unschuld. Das heilende Mysterium. Niederhausen Verlag, 2026. Paperback, 204 Seiten, 16,90 Euro. ISBN 978-9-4039-5349-6. 

► Wichtiger Hinweis: Wer meinen würde, ich schriebe nur 'Mädchen-Bücher', der irrte essenziell - diese Mädchen sind Botinnen des immer verschütteteren Wesens der menschlichen Seele überhaupt. 

Erschienen am 1. November 2026.              > Bestellen: Bookmundo | Amazon* <              > Reaktionen und Rezensionen <

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Inhalt


Dieses Buch offenbart das ganze Wunder der reinen Seele, das Wunder von Unschuld und Anmut, in wahrhaft berührenden, berückenden, in verwandelnden, heilenden Bildern. Die Gestalt des Mädchens ist die wahre Heilerin, denn sie ist das Urbild der reinen Seele und zugleich immer so unglaublich jeweils dieses Mädchen. Und es spiegelt die ganze Tragik unserer Zeit, dass es unter Abermillionen von Büchern bisher nicht ein solches Buch gab...

Über dieses Buch


Dieses Buch offenbart absolute Schönheit – etwas, was heute nirgendwo mehr zu finden ist, weil ganz und gar der Mut fehlt, sich wirklich auf die Essenz zu besinnen und sie zu zeigen.

Erst in der Begegnung mit dieser Schönheit begreift man das ganze Ausmaß ihrer Vernichtung und der Hässlichkeit unserer Zeit. Man begreift die Dimensionen, in denen man gelernt hat, diese Schönheit, Wahrheit und Essenz zu vergessen und zu verdrängen – um dasjenige für ,normal’ zu halten, was nur noch der ungeheure Verlust ist.

In der Begegnung mit dem innersten Wesen des MÄDCHENS wird man von einem tiefen Erleben ergriffen. Man schaut das Wesen der Schönheit – die reine Seele, wie sie gleichsam von Ewigkeit her gedacht war, in ihrer heiligen Vollkommenheit, in ihrem zarten, berührenden ,Telos’ (Ziel)...

Und gleichzeitig begreift man erst jetzt wahrhaft die Dimensionen des Verrats. Nicht nur die Hässlichkeit unserer ,modernen’ Städte und unserer ganzen kapitalistisch durchsetzten, vergifteten Gesellschaft, sondern auch die Hässlichkeit und Leere jener Seele, die all dies hervorgebracht hat und von all diesem hervorgebracht wird.

Man schaut die Wahrheit von ,Konsum’, ,Fun’, der Jagd nach Genuss und der immer weiter fortschreitenden Hypertrophierung des ,Selbstes’, das sich so immer drastischer als ein Schein-Selbst erweist, während die Essenz und die heilige Wahrheit der Individualisierung ganz woanders lebt: im MÄDCHEN.

Vor allem aber schaut man immer wieder die grenzenlos berührende Schönheit, die von der Unschuld ausgeht – wie ein nicht nur unendlich heiliger, sondern auch unendlich heilender Strom, im wahrsten und buchstäblichsten, noch reinsten Sinne eine ,Augenweide’, nämlich zugleich eine ,Seelen-Weide’, das reine Leben selbst. Die reine Seele, das wahre Wesen des Menschen.

Man schaut eine Unendlichkeit. Etwas, das kaum noch in Worte zu fassen ist – oder gar nicht mehr. Das Entscheidende ist das Schauen selbst, denn erst in der Hingabe an die Wahrheit dessen, was hier zur Erscheinung kommt, geschieht das Reale... 

Leseprobe 1


Bevor wir dem Geheimnis der Anmut und Unschuld weiter folgen, müssen wir noch tiefer begreifen, wie umfassend das Ausmaß seiner Vernichtung ist.

Eine weitere Offenbarung für dieses Ausmaß ist ,Google’. Man kann nach dem wahrhaft unschuldigen Mädchen nicht einmal mehr suchen. Versucht man es, erhält man eine wahre Flut von Bildern – aber nahezu alle haben mit Unschuld nicht einmal ansatzweise etwas zu tun ... und selbst der verschwindende, winzige Rest berührt nirgendwo mehr das Mysterium... Die Urbilder der reinen Seele und selbst Bilder, die dem auch nur halbwegs nahekommen, sind ganz real verschwunden.

Stattdessen sieht man massenhaft ,Stock’-Bilder (also aus entsprechenden, meist kommerziellen Bild-Datenbanken), die mit allen möglichen Adjektiven kodiert wurden und unter anderem auch für ,unschuldig’ herhalten müssen. Man sieht alberne Bilder, nichtssagende Vektorgrafiken, irgendwelche Frauen, Grimassen schneidende Kinder – und, und, und... Es ist eine unfassbare Flut von Bildern. Und man kann sagen: Vielleicht eines von hundert, wenn überhaupt, hat wirklich Seele. Selbst das hat dann mit dem Urbild von Unschuld noch immer nicht unbedingt viel zu tun. Es ist unfassbar... Das Heilige wird allein schon durch die unendliche Flut seines Gegenteils ausgelöscht. Wirklich ausgelöscht...

Sucht man nach ,anmutiges Mädchen’, wird es nicht besser. Auch unter diesem Begriff wird wirklich alles verkauft, der größte Schund. Es ist, als wüssten die ,Suchmaschinen-Optimierer’, dass es sehr wohl ein seelisches Bedürfnis nach Schönheit und Anmut gibt – und es wird für jegliches Bildmaterial missbraucht, um Aufmerksamkeit zu ,generieren’. Es ist, als würde man eine kostbare Nadel im Heuhaufen suchen, aber jeder Strohhalm wird als ,Nadel’ ausgegeben...

Die Ausrottung der Anmut, der Unschuld, geschieht allein schon dadurch, dass sie letztlich so unendlich vielen Seelen doch gleichgültig ist – und nur eines der vielen Symptome dafür ist die Arroganz, mit der jedes beliebige Bild dieses ,Etikett’ bekommen kann, weil man nicht einmal mehr weiß, was eigentlich Anmut ist – und weil die Verwahrlosung des Empfindens, die Gleichgültigkeit der Seelen und die Unwahrhaftigkeit gerade gegenüber dem Heiligsten immer größere Ausmaße annimmt.

Ein weiterer Beweis für die Ausrottung ist, dass es unter Millionen von Büchern scheinbar keines mit Bildern wahrhafter Anmut und Schönheit zu geben scheint. Manchmal hat man den Eindruck, dass das letzte Rückzugsgebiet für Unschuld und Anmut gewisse Mangas und Ausmalbücher für kleine Mädchen sind – ist dies nicht ein schockierendes Krankheitssymptom für unsere gesamte Gesellschaft? Ein regelrechter Offenbarungseid? Und selbst in den allermeisten Malbüchern wird die Unschuld vernichtet durch eine brutale ,Disneyfizierung’, Verkitschung und mehr – während für etwas größere Mädchen die Malmotive dann bereits wieder das ,Coole’ haben müssen, also das absolute Gegenteil von Unschuld und Anmut.

Das Coole und das Kitschige – die doppelte Pest, die von beiden Seiten Unschuld, Anmut und wahre Schönheit unmittelbar brutal ersticken. Wir leben inmitten des Märchens – aber Dämonen und Pest haben längst alles unterworfen... Doch wir erkennen noch immer nicht, wie schlimm es eigentlich steht. Weil auch wir vom Krebs der Gleichgültigkeit erfasst wurden und das wirkliche spirituelle Geschehen gar nicht begreifen.

Michael Ende schilderte in seiner ,Unendlichen Geschichte’ die unaufhaltsame Vernichtung Phantasiens... Heute stehen wir vor der realen Vernichtung des Reiches Innocentia... Dieses Wort bedeutet wörtlich ,nicht schaden, nicht wehtun’, es geht also ganz unmittelbar um das Mysterium der Reinherzigkeit – des guten Willens als eines unmittelbaren Liebesimpulses. Unschuld... Die reine Seele: Schneeweißchen. Nichts wird heute so sehr vernichtet wie dies.

Man kann sich auch fragen, welche Reaktion ein Fotograf oder eine Fotografin bei einem Verlag erhalten würde, wenn er oder sie einen Bildband mit femininer Anmut, sei es von Frauen, sei es von Mädchen, veröffentlichen wollte. Würde der Verlag antworten, dies sei nicht mehr zeitgemäß...? Oder vielleicht auch: Es seien großartige Aufnahmen, aber man wolle sich nicht dem Risiko eines ,Shitstorms’ aussetzen? Angst vor dem möglichen ,Außenbild’? Vorauseilender Gehorsam gegenüber der vermeintlichen ,political correctness’?

Was es auch ist – es passt sich nahtlos ein in den Vernichtungsfeldzug gegenüber der Unschuld. Und auf diese oder jene Weise werden alle zu Mittätern. Und das Phänomen bleibt: Es gibt diese Bücher nicht... Eine allmächtige Diktatur, der sich alle unterwerfen, bestimmt, was sein darf und was nicht. Die KI wiederum verweist bei der Suche nach einem Bildband über Anmut und Unschuld zum einen auf Leni Riefenstahl, zum anderen auf den Wandkalender ,Die Anmut der Pferde’. Das muss man sich einmal vorstellen...

Die Anmut von Mädchen, viele Jahrhunderte lang idealisiert und als Realität verehrt und besungen, ist heute zum absoluten Tabu geworden. Ein Mädchen, das sie offenbaren würde, würde verspottet, gemobbt und ausgestoßen werden. Selbst wenn ein Mädchen es wollte – woher sollte es diesen übermenschlichen Mut nehmen? Die unsichtbare Macht spricht: ,Versuch es, und wir werden dich vernichten...’ Und eine andere flüstert unwiderstehlich: ,Was soll denn dieser Quatsch... Heute geht es um Fun, um Spaß und das coole Selbst. Vergiss diesen anderen Mist...’

Wirklich alles ist darauf gerichtet, die tiefste Schönheit der Seele als absolutes No-Go und als völlig überholt zu beweisen. Und alle sind Mitläufer dieser brutalsten Diktatur, die es je gegeben hat – in keiner Diktatur war das Mitläufertum so umfassend, ja so lückenlos.

Es ist erschütternd, zu erleben, wie sehr ein Buch wie dieses wirklich das einzige seiner Art ist – fast wie das letzte Einhorn, noch etwas bewahrend, bevor es völlig verschwunden sein wird…

...

Leseprobe 2


Die Unschuld ist kein ,Defizit’, das irgendwann vom ,Selbst’ gefüllt würde – sie ist selbst eine positive, reale Essenz – die im Gegenteil durch das ,Selbst’ allenfalls verschwindet. Wie reich diese Essenz ist, offenbart das Mädchen in jedem Moment. Wir brauchen nur an die unvergleichliche Hingabe des reinherzigen Mädchens zu denken – und die Vorstellung von einer ,Lücke’ erweist sich sofort als gänzlich abstrus. Die Lücke sitzt tief in der ,modernen’ Seele – dieser gehen all die diamantenen Kostbarkeiten ab, die das Mädchen gerade besitzt!

Dies alles in seiner Gesamtheit ist das Berührende der Unschuld und ihrer Offenbarung, der Anmut: Selbstverständlich bereits die reine Verletzlichkeit der Unschuld, aber eben auch ihr ganzer innerer Reichtum, den man als ,moderne’ Seele so gern übersieht, weil man die Unschuld so gern als ,naiv’ betrachtet und abwertet, um sich weiterhin ungefährdet aufwerten zu können...

Und das Berührende liegt auch in der grenzenlosen Schönheit, die mit diesem unmittelbar und zutiefst moralischen Reichtum verbunden ist. Es ist eine moralische Schönheit, die aber nahtlos übergeht in die leibliche Schönheit, weil, wie wir bereits sahen, die Seele die Leiblichkeit von Anfang an tief durchdringt und sich bis in sie hinein und in ihr und aus ihr offenbart...

Nicht umsonst haben Dichter aller Jahrhunderte den reinen Blick eines Mädchens mit heiligsten Metaphern zu beschreiben versucht. Für das Herz eines Mädchens nur noch den Vergleich des Goldes finden können – als der kostbarsten Substanz überhaupt. Nicht umsonst war die Lilie nur deshalb so unendlich mit Bedeutung aufgeladen, weil sie das Bild der Unschuld wurde. Ebenso der reine Schnee. All das sind nur Vergleiche. Wie schön eine Lilie auch sein mag, oder auch ein Goldstück oder auch eine ganze schneebedeckte Landschaft – sie erreichen doch nicht ansatzweise, und das haben all jene Dichter empfunden, die Schönheit einer Mädchenseele und der ganzen Erscheinung eines reinherzig-unschuldigen Mädchens.

Nicht das Mädchen wird geadelt, wenn man von ,liliengleich’ spricht – sondern die Lilie wird geadelt, dass sie Bild sein darf für die Mädchenseele, für die es sonst überhaupt kein Wort gäbe...

Die weiße Schneedecke, die eine Landschaft ganz einhüllt und alles Gewöhnlichere zudeckt, kann der Seele einen ungeheuer tiefen Eindruck geben. Aber dieser Eindruck ist nur deshalb so tief, weil die Seele weiß, was Unschuld ist. Auf einmal wirkt die weite Landschaft wie eine ganz in Unschuld getauchte Welt... Der Schnee aber wird zum Bild für die Unschuld, wenn wir sagen, die Seele eines Mädchens ist rein wie Schnee. Das Primäre aber ist die Unschuld selbst, und die Sprache sucht nur Vergleiche, um das Erleben durch das sinnliche Bild zu vertiefen. In Wirklichkeit aber müssten wir noch viel mehr umgekehrt sagen: Der Schnee lässt die Landschaft so rein werden wie eine Mädchenseele – die Landschaft selbst wird fast zu einem Mädchen...

Denn das ist es, was wir wahrnehmen! Wir nehmen Unschuld wahr – und nur deshalb kann der Schnee zum Bild dafür werden. Es ist ein Wahrbild. Das Weiße erinnert die Seele unmittelbar an die Wahrheit der Unschuld – es ist ihr Bild im Sinnlichen. Die Wirklichkeit aber ist übersinnlich, nämlich die Unschuld selbst...

Die Schönheit eines unschuldigen Mädchens ist unvergleichlich – um aber Bilder und Vergleiche dafür zu finden, konnten sich die Dichter immer nur in das Allerschönste flüchten, was sie in der übrigen Welt finden konnten: das Reinste, das Kostbarste, das Edelste, das Heiligste.

Augen klar wie ein Bergsee... Wangen schön wie das zarte Blatt einer eben aufgeblühten Rosenblüte... Das Herz so rein wie Rosentau oder der Diamant. Weiß wie Schnee, Rot wie Blut, Schwarz wie Ebenholz. All dies sind Urbilder. Es geht nicht um gewöhnliches Blut, sondern aufrichtigstes Herzblut, Hingabe-Opfer-Unschulds-Liebes-Blut. Reine Lauterkeit. Ebenholz galt seit jeher als magisch, es ist noch weit härter und schwerer als Eichenholz und bis heute zehnmal so teuer. Aber wir müssen wieder spüren, wie die Seele früher damit noch ein tiefes, essenzielles Erleben verband.

Das Mädchen aber war Trägerin all dieser urbildlichen Essenzen – und war so geheimnisvoll im Grunde das Urbild schlechthin. Seine Unschuld war wie der heilige Schlüssel zu einem heiligen Reich – und gleichzeitig war das Mädchen dessen Hüterin. Was man im Mädchen so zutiefst verehrte, war nicht nur dessen Schönheit, sondern auch ihre Quelle. Diese Quelle war aber nichts anderes als die Unschuld selbst, diese aber war gar nicht zu trennen von dem Mädchen, dessen Wesen diese Unschuld war. Man verehrte also tatsächlich das Mädchen als Trägerin, Offenbarerin und Quelle von etwas absolut nicht mehr in Worte zu Fassendem, ganz und gar Heiligem.

Letztlich erlebte man: Hier steht der Mensch vor seinem wahren, heiligen Geheimnis. Die reine Seele – wie sie von Urzeiten an gedacht war, als reinster, göttlicher Wesensgedanke. Im Mädchen offenbart sie sich in all ihrer Schönheit – und berührenden Anmut. Wie wenn sie die gewöhnlichere Seele mit aller Zartheit herausreißen wollte aus ihrer Gefangenschaft – wissend, dass diese Gefangenschaft sehr tief sitzt, bis in das innerste Wesen der dem Selbstbezug verfallenen Seele. 

...