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Über die Unschuld

Holger Niederhausen: Über die Unschuld. Niederhausen Verlag, 2026. Paperback, 232 Seiten, 14,90 Euro. ISBN 978-9-4039-1738-2. 

► Wichtiger Hinweis: Wer meinen würde, ich schriebe nur 'Mädchen-Bücher', der irrte essenziell - diese Mädchen sind Botinnen des immer verschütteteren Wesens der menschlichen Seele überhaupt. 

Erschienen am 1. August 2026.              > Bestellen: Bookmundo | Amazon <              > Reaktionen und Rezensionen <

Inhalt


Wahre Unschuld ist heute vergessen und verraten – sie ist nicht mehr ,opportun’, seit das Selbst die Herrschaft übernommen hat und die wahre Seele wie Schneewittchen im Sarg liegt. Unschuld ist das heilige Reich des MÄDCHENS – und ein wahrer Kosmos. Dieses Buch taucht tief ein in die Wunder von innerer und äußerer Schönheit, von Empathie, Unmittelbarkeit, Anmut, Hingabe, Zurückhaltung, Liebe, Verbundenheit und Harmonie. Immer tiefer wird erlebbar, wie groß der Verrat des ,modernen’ Selbst an der Wahrheit ist und warum unendliche Schönheit heute so verhasst ist...

Über dieses Buch


Dieses Buch möchte jedem auf irgendeine Weise danach suchenden Menschen das heilige Reich der Unschuld wieder eröffnen. Es wird erlebbar machen, dass der immer weitergehende Verlust jeglicher Unschuld einem grenzenlosen Verrat entspricht, den sowohl die Menschheit kollektiv als auch jede einzelne Seele begeht, indem sie sich Mächten verschreibt, die man ganz real als Dämonen bezeichnen kann – und die auch seit sehr langer Zeit unter dem Namen ,Luzifer’ bekannt sind. Der Verrat der Unschuld besteht in der Unterwerfung unter diese Mächte. 

Das absolut Perfide dieser Mächte ist die grenzenlose Annehmlichkeit, die sie verheißen und ,schenken’ – denn die vergiftete Gabe des ,Selbst’ ist verbunden mit dem herrlichen Selbst-Gefühl, dem Selbst-Genuss, der Selbst-Bezüglichkeit ... die keine Seele mehr aufgeben mag, wenn sie erst einmal davon gekostet hat und davon durchtränkt wurde...

Die Fortsetzung in Selbst-Sucht und regelrechten Ego-ismus ist nur ein weiterer Schritt, der erfolgen kann, aber nicht muss, wobei die Frage, wann eigentlich was beginnt, auch sehr vom Standpunkt abhängt – und letztlich müßig und sogar Ablenkung ist, da das Problem nicht der gesteigerte Verrat, sondern der Verrat überhaupt ist. 

Seit der Geburt der ,Ratio’ und des Intellekts wird dieses ,Selbst’ mit der Individualität, mit dem wahren Ich verwechselt – und ist doch gerade dessen Verrat und ein vergiftetes Surrogat, das gerade der Todfeind der wahren Seele und des wahren Ich ist. 

Dieses Buch macht erlebbar, dass die Mädchen diesem Verrat als letztes zum Opfer gefallen sind – und dass die idealische Gestalt des MÄDCHENS diesen Verrat nie mitgemacht hat, sondern seinem wahren Wesen (und damit dem wahren Wesen des Menschen) immer zutiefst treu geblieben ist. 

Dieses Buch taucht ein in die Mysterien der Unschuld, die gerade die Mysterien des heiligen Menschentums sind, reine Wunder, die in der Menschheitsgeschichte immer wieder das Mädchen offenbart hat, weil der ,männliche Mythos’ bereits seit Jahrtausenden herrschte und es immer das Mädchen war, das diese Krankheit des männlichen Mythos offenbarte – durch sein berührendes Anderssein, durch seine berührende Treue gegenüber der Wahrheit. 

Anhand zweier Klassiker des Feminismus – ,In A Different Voice’ und auf der anderen Seite ,Werfen wie ein Mädchen’ – macht dieses Buch erschütternd erlebbar, dass die Sanftheit von Mädchen nicht auf ,Unterdrückung’ basiert, sondern ihr ureigenstes (wahres) Wesen ist – und dass das neue Dogma (,Empowerment’: ,Werfen wie ein Junge’) nichts weiter ist als eben jener Verrat, um den es in diesem Buch geht: Die Aufgabe der Unschuld, um sich dem männlichen Mythos und den Dämonen ebenfalls zu unterwerfen...

Der wahre Reichtum dieses Buches ist jedoch das Eintauchen in den Kosmos der Mädchen, die einst die Lehrerinnen der Rettung sein werden: in den Kosmos des Geheimnisses der Einheit von innerer und äußerer Schönheit, von Empathie, Unmittelbarkeit und Bedingungslosigkeit, Anmut, Hingabe, sogenannter ,Schüchternheit’, Zurückhaltung, Liebe, Harmonie und Einklang...

Wer das heilige Wesen der Unschuld sucht, wird es in diesem Buch finden. 

Leseprobe 1


Eine Witwe hatte zwei Töchter, davon war die eine schön und fleißig...

Das ist die Unschuld. Sie aber wird heute gnadenlos verspottet, verraten und verachtet.

,Die Märchenstunde’ ist eine in den Jahren 2006 bis 2012 auf ProSieben ausgestrahlte Fernsehreihe, in der über zwanzig Märchen persifliert werden. Zu ,Frau Holle’ heißt es auf Wikipedia hier:

Goldmarie ist in Wirklichkeit eine aufgeblasene, anstrengende Zicke namens Chantal. Als sie in den Brunnen fällt, muss ihre Schwester Marie sie retten. Beide landen im Land von Frau Holle, wo man nichts tun darf, ohne auf der Erde ein Chaos anzurichten.

Der Titel dieser Folge lautet ,Im Himmel ist die Hölle los’.

Was wir hier begreifen müssen, ist, dass die postmoderne Seele innerlich in einer ungeheuren Leere angekommen ist. Sie hat gerade alles verloren, wovon die Märchen noch sprechen – und aus dieser Leere heraus empfindet sie regelrecht eine Lust an der Perversion ... weil sie zu etwas anderem nahezu nicht mehr in der Lage ist.

Diese postmoderne Seele, die wie die Pechmarie nicht mehr bereit ist, sich mit dem Guten zu vereinigen, weil dies zu anstrengend ist, gibt sich dafür her, Lust (!) an der Zerstörung zu empfinden – am Spott, an der Perversion, an der Hässlichkeit selbst... In Wirklichkeit kennt sie keinerlei Werte mehr, denn sie ebnet alles ein, nennt das Gute schlecht, das Schlechte gut und ... ,im Himmel ist die Hölle los’. Nichts kann sie mehr achten, alles ist für sie nur noch ,Spiel’, perverses Einerlei...

Man könnte sagen: Wer im Schlamm versunken ist, dem gefällt zuletzt auch das Sich-Suhlen. Es gibt das Sprichwort ,Ist der Ruf erst ruiniert...’ Für die postmoderne Seele aber gilt: ,Ist die Unschuld erst verraten, lebt es sich ganz ungeniert’ – man kann noch den ärgsten Perversionen einen ,Kick’ der Lust abgewinnen. Es macht regelrecht Spaß, das Heilige zu verspotten und in den Schmutz zu ziehen – dahin, wo man selbst längst ist...

[...]

Zum Märchen ,Schneewittchen’ heißt es in der ProSieben-Version:

Das verhätschelte Einzelkind Schneewittchen steht ihrer bösen, schizophrenen Stiefmutter Alrauna gegenüber und versteckt sich vor dieser, als Stallbursche Horst getarnt, bei den Zwergen.

Diese Folge heißt ,7 Zipfel und ein Horst’. Schneewittchen kommt hier also gar nicht mehr vor – und macht sich bequemerweise sogar selber ,zum Horst’...

Aber selbst moderne ,Blockbuster’-Verfilmungen lassen vom Wesen Schneewittchens nahezu nichts mehr übrig. In der neuesten Verfilmung (2025) ist Schneewittchen zu einer ,Revoluzzerin’ geworden, die sich in den attraktiven jungen Banditen Jonathan verliebt und schließlich selbst mit den Zwergen und Jonathans Freunden die böse Königin stürzt.

Von Unschuld und Wehrlosigkeit ist hier nicht mehr viel zu sehen. Das ,moderne’ – ,modernisierte’ – Schneewittchen darf zwar noch freundlich und gerecht sein, aber wenn es nicht gleichzeitig auch ,taff’ ist (ganz nach der neuen Devise ,selbst ist die Frau’), hat es keine Chance mehr. Verfilmt wird nur noch die ,aufgefrischte’ Version...

Und die postmoderne Seele, infiltriert von all den neuen Dogmen, fragt sich: Warum darf Schneewittchen nicht auch ,taff’ sein? Ist das so schlimm?

Die wahre Antwort jedoch würde nur eine aufrichtige Seele finden. Aufrichtigkeit aber ist ebenfalls nur da wahrhaft möglich, wo man auf das ,Taffe’ verzichten kann. Andernfalls wird man immer nur Ausschnitte der Wahrheit finden – höchstens. Das, was einem unbequem ist, wird man nicht finden...

Zur Wahrheit gehört auch, dass schon Judas sich einen taffen Erlöser wünschte – einen Christus, der mit taffer Hand ,mal eben die Dinge wieder richtigstellt’, einen äußeren Erlöser, einen mit Macht, mit ,taffer Action’.

Und das, ebendieser ,männliche Mythos’ ist in unserer Zeit erst recht allbeherrschend. Heute darf selbst ein Schneewittchen dem nicht mehr nicht gehorchen – denn wir alle wollen nichts anderes mehr. Wir wollen nicht die Unschuld, wir wollen Macht.

                                                                                                                                             *

,Selbstermächtigung’ lautete die Devise der Emanzipation. Auf gut modern ausgedrückt: Empowerment. Selbst die deutsche Sprache ist heute zu ,unschuldig’ und zu ,altmodisch’, um noch ernstgenommen zu werden. Englisch ist die neue Sprache der modernen Leere, die aber zumindest die Macht der Seelenlosigkeit genießt. Denn jetzt zählt nicht mehr die Seele, jetzt zählt das Ego. ,Ich nehme mir’ ist die neue Devise.

Mag dies angesichts von Unterdrückung eine verständliche Entwicklung gewesen sein, ändert es dennoch nichts daran, dass die Seelen damit tief in ein anderes Reich geraten sind – nämlich in das des ,Ich’, und zwar eines Ego-Ich. Wenn man es wiederholt, wird es deutlicher. Die Seelen gerieten in das Reich des Ich-Ich-Ich...

So berechtigt die Emanzipation auch war, sie zahlte einen Preis. Von nun an wurde die Revoluzzerin verherrlicht, die Unschuld zusammen mit der Wehrlosigkeit aber verachtet.

Man muss sich die ganze Absurdität eines Schneewittchens als Revoluzzerin einmal klarmachen. Im Englischen – hier ist das Englische einmal tief wahr – heißt Schneewittchen ,Snow White’. Einfach die ganze Wahrheit. Schnee-Weiß. Weiß wie Schnee.

Wer hier, in einem Sich-Einlassen auf die wirklichen Worte, nicht noch das ganze Mysterium der Unschuld spüren kann, der ist im Grunde verloren. Weiß wie Schnee... Das ist reinste Unschuld – und nichts anderes. Nicht ,Moderne’, nicht ,Taffheit’, nicht ,Coolness’, überhaupt nichts davon – sondern das reine, buchstäblich reine Gegenteil…

...

Leseprobe 2


Das Geheimnis der Empathie ist die Fähigkeit der Hingabe. Auch diese heilige Wahrheit wird kaum einmal wirklich erkannt.

Empathie ist nicht möglich ohne Hingabe. In jeder Seele existiert diese Fähigkeit der Hingabe – aber was ist, wenn sie Jahr für Jahr und Tag für Tag verschüttet wird? Was ist, wenn die Dämonen dafür sorgen, dass man so etwas wie Hingabe ,uncool’ findet, weil man ja nicht mehr im Selbstbezug ruht?

Was ist, wenn unsere Gesellschaft die heiligsten Fähigkeiten der Seele verrät – und schon der Junge sich in die verlogene Behauptung flüchtet ,das ist was für Mädchen’?

Mädchen sind Meisterinnen der Hingabe und der Empathie – denn sie müssen nichts ,darstellen’, sie müssen keinen Dämonen gehorchen, sie müssen sich keiner Ideologie unterwerfen. Sie dürfen ein¬fach die Wirklichkeit der Seele offenbaren – und dies so sehr, wie es überhaupt kein Junge könnte, nämlich feminin...

Dies beginnt schon da, wo es um die Frage geht, was man ,tun’ soll. Das tiefste Geheimnis der Empathie besteht gerade darin, dass man nichts tun muss, weil es gerade nicht um das Tun geht, sondern um die Hingabe.

Urbildlich ist hier die Evangelienstelle von Marta und Maria. Marta macht sich viel im Haus zu schaffen, um dies und jenes zu richten – aber Maria setzt sich Christus zu Füßen und hört ihm zu, tief hingegeben... (Lk 10,38-42).

In gleicher Weise wie Marta kann auch die moderne Seele nicht einfach nur bei einem Kind, das hingefallen ist und weint, sein – sie muss immer gleich etwas sagen: ,Das wird gleich wieder gut.’ Das Kind darf sozusagen gar nicht weinen – es muss sofort ,getröstet’ werden, dabei können wir in Wirklichkeit das Weinen nicht ertragen und wir wollen es ,abstellen’...

Noch deutlicher wird dies in einem Krankenzimmer. Ohne dass wir irgendetwas sagen, fühlen wir uns unwohl. Wir wollen irgendwie ,trösten’ oder die Zeit vertreiben, um uns gut zu fühlen. Wir flüchten uns in Aktivismus, sind aber ganz abgespalten, unfähig zu echter Nähe. Die moderne Seele ist unfähig geworden, wirklich bei jemandem zu sein – und dies zur wahrhaft tröstenden Essenz zu machen!

Das aber ist die Fähigkeit des MÄDCHENS – es kann ganz und gar sein, und seine Anwesenheit ist bereits der eigentliche Trost.

Die ,moderne’, männliche Ratio und der seelenarme ,Pragmatismus’ wollen immer handeln – irgendwas muss doch ,getan’, irgendein ,Problem gelöst’, irgendein Mangel ,abgestellt’ werden...! Das ist das Grundgefühl des hingabe-unfähigen männlichen Geistes, überhaupt des ,modernen’ Selbstes, das sich von der Seele ganz abgetrennt hat, erst recht aber von der Verletzlichkeit und von dem Geheimnis eines ,Nichts-Müssens’, wo es einmal um die reine Hingabe ginge.

Vielleicht ist das Mädchen nicht wirklich fähig, jemandem, der sich ein Bein gebrochen hat, schon einmal irgendwie zu helfen, bis die Rettungskräfte eintreffen. Aber vielleicht hat es in seiner ganzen Hingabe, mit der es bei dem Verletzten einfach bleibt und ihn durch ihre bloße Anwesenheit, ihr feminines Wesen, das nur angeblich ,Passivität’ ist, weitaus mehr geholfen, als irgendein Mann, der zwar recht gekonnt schon mal das Bein geschient hat, aber viel mehr auch nicht machen konnte, außer rational etwas zu trösten und die Zeit bis zum Eintreffen der Rettungskräfte zu überbrücken, letztlich von dem Verletzten doch ziemlich weitgehend getrennt...

Empathie in ihrer Tiefe ist noch etwas ganz anderes…

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